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Den Anreisetag nutzen wir, Rothenburg ob der Tauber zu erkunden. Als Sinnbild des Mittelalters in Deutschland hat Rothenburg mit einer vollständig erhaltenen Stadtmauer und Wehrgängen sein einzigartiges historisches Stadtbild bewahrt (als Keimzelle Rothenburgs gilt eine im 10. Jahrhundert entstandene fränkische Grafenburg, die im Jahre 1142 eine Kaiserburg wurde). Die 1. Etappe unserer Tour führte durch das obere Altmühltal bis Herrieden - mit Abstecher zum Schloß Colmberg (gut erhaltene mittelalterliche Burg aus dem 12. Jahrhundert, die Burg konnte nie eingenommen werden - selbst Tilly scheiterte). Kurz vor Hornau weist eine Bronzetafel eine provisorisch eingezäunte Steinquelle in mitten einer Wiese als "Altmühlquelle" aus (die Quelle der Altmühl lässt sich eigentlich wegen der komplizierten hydrologischen Verhältnisse nicht eindeutig identifizieren). In der Nähe von Ehlheim bestaunten wir die "Steinernde Rinne" (130 m lang, Kalkabscheidung). Dazu mussten allerdings einige Steigungen überwunden werden. Kurz vor Treuchtlingen passierten wir den Ort Graben, der durch den historischen Karlsgraben berühmt wurde. Der Karlsgraben war der Versuch Karl des Großen, die europäische Wasserscheide zu überwinden und damit Rhein und Donau zu verbinden. Dazu wurde ein 1500 m langer, 10 m tiefer und 30 m breiter Graben ausgehoben, an dem 6000 Menschen arbeiteten. Der Graben blieb aber wegen anhaltender Regenfälle und ungünstiger geologischer Bedingungen unvollendet. Dennoch scheint das Kanalstück von kleinen Schiffen benutzt worden zu sein. 8 km nach Treuchtlingen besuchten wir die Burg Pappenheim, inklusive der Ausstellung zu den Themen Dreissigjähriger Krieg sowie zur Familiengeschichte der Pappenheimer - die Redeweise "Daran erkenn ich meine Pappenheimer" wurde von dem Sachverhalt abgeleiter, dass das Kürassierregiment unter Graf von Pappenheim im Dreissigjährigen Krieg gefürchtet und geachtet war. Nach Solnhofen (Urvogel) passierten wir auf dem Weg nach Eichstätt die "Zwölf Apostel" (Jurafelsformation). Bevor wir aber in Eichstätt unser Quatier bezogen, buddelten wir erst noch im Steinbruch am Blumenberg nach Fossilien - leider ohne grössere Erfolgserlebnisse. Die Universitätsstadt Eichstätt besitzt viele bedeutende Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören der einzigartige Residenzplatz , um den sich halbkreisförmig angeordnete Gebäude des 18. Jahrhundersts gruppieren sowie die Willibaldsburg, die nicht nur befestigter Vorposten der Bischofsstadt war, sondern auch Wohnsitz der Fürstbischöfe. Kurz nach Eichstätt besichtigten wir das Römerkastell "Vetoniana" und eine echte Römerstrasse - anschliessend radelten wir weiter bis Beilngries. Bei der "Siebentäler-Stadt" Dietfurt wird die Altmühl in den von Nürnberg kommenden Main-Donau-Kanal verbannt, der in Kehlheim endet. Auf dem Weg nach Kehlheim unternahmen wir einen Abstecher zur Burg Prunn (erstmals 1037 in einer Urkunde genannt), wo wir an einer Burgführung teilnahmen und uns die Geschichte "Der Schimmel von Prunn" anhörten. Der kämpferische Teil unseres Radler-Teams (2 Personen) absolvierte die Wegstrecke auf sportliche Art und Weise - bei teilweise über 40 % Steigung, der überwiegende Teil unserer Truppe schob das Rad zur Burg hinauf. In Kehlheim angekommen, machten wir uns sogleich auf den Weg zum Kloster Weltenburg (ältestes Kloster Bayerns, geründet um 620, älteste Klosterbrauerei der Welt). Die Wanderung artete in ziemlichen Stress aus, da wir die Entfernung unterschätzten und den letzten Dampfer nach Kehlheim erreichen mussten. In dieser Hektik verloren wir auch noch zwei Mitstreiter, die wir - Gott sei Dank - am Abend in Kehlheim wieder fanden. Vom Kloster Weltenburg haben wir dadurch nicht viel gesehen. Dafür aber wurden wir durch die Dampferfahrt entschädigt - die Route führte durch den Donaudurchbruch, der von teilweise 40 m hohen Felswänden begrenzt ist und sich bis auf 70 m zusammendrängt, so dass die Donau ein reißender Strom wird - absolut beeindruckend ! In Kehlheim besichtigten wir auch die Befreiungshalle auf dem Michelsberg (45 m hoch, mit germanischen Jungfrauen aussen und 34 Siegesgöttinnen innen - Erinnerungsstätte an die Napoleonischen Befreiungskriege 1813-1815, der Bau wurde in den Jahren 1842 bis 1863 von König Ludwig I. veranlasst). Die letzte Etappe führte nach Regensburg. Regensburg war vom 12. bis 14. Jahrhundert der Mittelpunkt des Donauhandels. Aus dieser Zeit stammt auch das mittelalterliche Bauwunder von 1136, die Steinernde Brücke (Bild oben). In der Nähe von Regensburg besichtigten wir das Monumentalbauwerk Walhalla, das von König Ludwig I. geplant und von Leo v. Klenze gebaut wurde (wie auch die Befreiungshalle). In dem Monumentalbau sind "Rühmlich ausgezeichnete Teutsche" vereinigt (derzeit 121 Marmorbüsten).
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