Berlin - Kopenhagen -- Radweg ( 334,1 km )

Der Konfrontation mit dem Berliner Stadtverkehr sind wir aus dem Weg gegangen - wir fuhren mit der S-Bahn bis Henningsdorf.
Auf dem modernen Bahnhofsgelände konnten wir sofort die Beschilderung mit dem Logo unseres Fernradweges ausmachen - Los gings ...

 

 
Ab Ortseingang Birkenwerder bekamen wir Probleme mit der Orientierung, die bisher sehr gute Beschilderung brach hier aprupt ab. Wir konnten beobachten, dass auch andere Radler ähnliche Schwierigkeiten hatten.
Nur durch mehrfache Befragung der Einheimischen erreichten wir schliesslich Oranienburg. Oranienburg kannten wir bisher nur von der B96. Wir waren deswegen sehr erfreut über den schönen Wegverlauf entlang des Lehnitzsee´s.
Kurz vor Liebenwalde führt der Weg über eine Bundesstrasse, dann geht es angenehm bis Zehdenick unmittelbar entlang des Vosskanals. In Zehdenick lohnt sich ein Besuch der Klosteranlage inmitten der Stadt. Anschliessend passieren wir den sehr beeindruckenden Ziegeleipark und viele ehemalige Tongruben, die sich inzwischen mit Wasser gefüllt haben und vielen Tieren sowie Pflanzen eine einzigartige Heimat bieten. In Seilershof verbringen wir die erste Nacht.

Am nächsten Tag fahren wir erst einmal ca. 15 km auf einem nagelneu asphaltierten Weg durch einen großen Wald (Gramzower Forst) und erreichen den in idyllischer Wald- und Seenlandschaft gelegenen Ort Himmelforte. Bekannt ist Himmelforte auch wegen des Weihnachtspostamtes, das gerade in der Adventszeit viele Post an den Weihnachsmann beantwortet. Auch der Ort selbst hinterlässt einen sehr angenehmen Eindruck.
Als nächsten Ort passieren wir die Stadt Fürstenberg. Fast die Hälfte der Stadtfläche nehmen die drei großen Stadtseen ein. Ab Wesenberg versuchen wir ein Quatier zu finden, Fazit: Es ist absolut problematisch !
Mit diesem Problem im Nacken ist der Genuß der anhaltenden, wunderschönen Seen-Landschaft ein wenig beeinträchtigt. In Damsdorf finden wir schliesslich ein Privatquatier. Dort treffen wir rein zufällig im gleichen Quatier Weg- und Leidensgefährten.

Die Tour führt weiter durch Ankershagen. Dort besuchen wir natürlich als ehemalige Berliner und jetzt "fast" Berliner das Heinrich Schlieman Museum inklusive Trojanisches Pferd (Nachbau). Anschliessend erreichen wir den Luftkurort Waren an der Müritz (größtes deutsches Binnengewässer) und legen dort am Hafen eine Rast ein.

Das Hafengebiet hat sich seit der "Wende" enorm entwickelt - wir erleben einen regen Urlaubsbetrieb.
Nach diesem Abstecher in eine für mechlenburgische Verhältnisse größere Stadt fahren wir wieder in die pure Natur und passieren den weitläufig angelegten Narurpark Nossentiner-Schwinzer-Heide. Der Weg führt dann km_weit, verbunden mit einigen beschwerlichen Sandwegen, durch die Nossentiner-Schwinzer-Heide. In dem riesigen Waldgebiet passieren wir auch einen ehemaligen Jagtsitz von Erich Honecker. Dort überraschte uns starker Regen, der sich allerdings mit unserer Geduld nicht messen konnte. Bei strahlendem Sonnenschein am Spätnachmittag (wunderschön) versuchen wir schliesslich ab Linstow (Hotel-Siedlung) ein Quatier zu finden. Wieder war es problematisch.
In Krakow haben wir Glück. Durch den Einsatz, auch nach Dienstschluss, einer Mitarbeiterin der Informationsstelle konnten wir in den wahrscheinlich letzten zwei unterduchschnittlichen Hotelzimmern von Krakow für unverhältnismäsig viel Geld getrennt unterkommen.

Am nächsten Tag fuhren wir über Güstrow, Bützow und Schwan nach Rostock. Schon weit vor Güstrow ist das monumentale Schloss auszumachen, in dem auch Wallenstein als mecklenburgischer Herzog residierte. In Bützow besichtigten wir das im Jahre 1848 im Tudorstil errichteten Rathaus, deren Ziertürmchen mit Bischofsmützen zur Erinnerung an den Bischofssitz Bützow gekrönt sind. Bützow war sogar zeitweilig Sitz eines Teils der Rostocker Universität. In Schwaan besuchten wir das Kunstmuseum, das in einer ehemaligen ca. 300 Jahre alten Wassermühle stielvoll untergebracht ist. U.a. ist dort auch die sehr interessante Schaffensphase der im 19. Jahrhundert gegründeten Künstlerkolonie Schwann dokumentiert. Zu den bekanntesten Malern der Künstlerkolonie gehörten Franz Bunke, Peter Paul Draewing, Rudolf Bartels und Rudolf Bechstein.
Von Schwaan aus fuhren wir dann auf direktem Wege nach Rostock. Dort konnte ich meine Frau leider nicht für die Fortsetzung der Tour gewinnen, so dass wir schliesslich mit dem Zug nach Hause fuhren.


Datum Start Ziel Strecke [km]
17.08.2003 S-Bahn Henningsdorf Seilershof 82,8
18.08.2003 Seilershof Dalmsdorf (Kratzeburg) 80,6
19.08.2003 Dalmsdorf Krakow am See 84,7
20.08.2003 Krakow am See Rostock (HBhf) 86,0

 

Streckenverlauf :